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SON OF BANZAI! MORE CuLT MOVIE POSTERS FROM JAPAN
SON OF BANZAI! MORE CuLT MOVIE POSTERS FROM JAPAN
von Armin Junge, durchgehend zweisprachige Inhalte (deutsch / englisch)
21 × 29,7 cm, 292 Seiten, komplett farbig
Softcover mit Fadenbindung und partiellem Spotlack auf dem Umschlag
über 600 farbige Abbildungen (ca. 570 Abbildungen von seltenen japanischen Filmplakaten, über 60 zusätzlichen Abbildungen)
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Fast zehn Jahre nach dem ersten Band erscheint im Frühjahr 2026 endlich der lange erwartete Nachfolger zu *BANZAI! JAPANESE CULT MOVIE POSTERS*. Schon der Titel *SON OF BANZAI! MORE CULT MOVIE POSTERS FROM JAPAN* spielt mit der Tradition des kultigen, überbordenden Exploitation-Kinos, das in Japan eine ganz eigene visuelle Sprache entwickelt hat. Armin Junge knüpft mit diesem neuen Band nahtlos an die Qualitäten seines Vorgängers an, erweitert sie aber zugleich spürbar. Das Buch wirkt wie eine Mischung aus Sammlerkatalog, Designstudie und liebevoller Hommage an eine Ära, in der Filmplakate noch echte Kunstwerke waren – wild, farbig, überzeichnet und voller Energie.
Schon das Format von 21 × 29,7 cm zeigt, dass hier nicht einfach ein Bildband im üblichen Sinne vorliegt. Die 292 Seiten sind komplett farbig gedruckt und präsentieren über 600 Abbildungen, darunter rund 570 seltene japanische Filmplakate sowie mehr als 60 zusätzliche Bilder, die den Kontext erweitern. Die Druckqualität ist hervorragend, und die Entscheidung für ein Softcover mit Fadenbindung erweist sich als ideal: Das Buch liegt angenehm in der Hand, lässt sich weit öffnen und bleibt dennoch stabil. Der partielle Spotlack auf dem Umschlag verleiht dem Cover eine haptische und visuelle Eleganz, die sofort ins Auge fällt und den hochwertigen Gesamteindruck unterstreicht.
Inhaltlich bietet *SON OF BANZAI!* eine beeindruckende Bandbreite. Ein Schwerpunkt liegt auf erotischen Filmen, die in Japan oft mit einer Mischung aus Direktheit und grafischer Verspieltheit beworben wurden. Besonders auffällig sind die Plakate zu Filmen mit Silvia Kristel oder Farrah Fawcett sowie die japanischen Varianten der „Schulmädchen-Report“-Reihe. Dass auf dem Plakat zu Teil 11 sogar groß der deutsche Schriftzug „Schulmädchen-Report Teil 11“ prangt, ist eine jener kuriosen Entdeckungen, die dieses Buch so reizvoll machen. Auch die Werke von Russ Meyer fehlen nicht, und gerade hier zeigt sich, wie stark japanische Designer westliche Erotikfilme visuell neu interpretierten – oft greller, mutiger und grafisch experimenteller als ihre europäischen Pendants.
Doch das Buch beschränkt sich keineswegs auf Erotik. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf asiatischem Action- und Exploitationkino. Klassiker wie *Lady Snowblood*, die *Street Fighter*-Filme oder andere Eastern-Ikonen sind ebenso vertreten wie Werke, die außerhalb Japans nur in Sammlerkreisen bekannt sind. Die Plakate zeigen eine faszinierende Mischung aus grafischer Härte, expressiven Farben und einer Bildsprache, die Gewalt, Dramatik und Emotionen oft in einer einzigen überbordenden Komposition vereint.
Für Fans klassischer „Männerfilme“ bietet der Band ebenfalls eine Fülle an Material. Clint Eastwoods Dollar-Trilogie ist prominent vertreten, ebenso *The Cincinnati Kid*, zahlreiche John-Wayne-Filme und die stilprägenden Werke von John Woo. Besonders auffällig ist, wie japanische Designer westliche Stars interpretierten: Eastwood erscheint oft noch kantiger, John Wayne noch heroischer, und selbst James Bond – der natürlich nicht fehlen darf – wirkt in den japanischen Plakatvarianten häufig dynamischer und farbintensiver als in den westlichen Originalen. Die Bond-Motive gehören zu den visuellen Höhepunkten des Buches, weil sie die ikonische Ästhetik der Reihe mit typisch japanischer Plakatkunst verschmelzen.
Ein kleiner Wermutstropfen ergibt sich aus der Tatsache, dass unter den Originaltiteln der Plakate keine deutschen Verleihtitel angegeben sind. Bei international bekannten Filmen wie *The Toxic Avenger* oder *A Nightmare on Elm Street* ist das kaum ein Problem, doch viele der hier gezeigten Werke sind in Europa nur unter völlig anderen Titeln erschienen oder wurden nie regulär veröffentlicht. Gerade im Index am Ende des Buches hätte eine zusätzliche deutsche Titelangabe die Orientierung erleichtert. Für Sammler und Filmhistoriker wäre dies ein echter Mehrwert gewesen, da manche Filme auf den ersten Blick kaum zu identifizieren sind.
Im späteren Teil des Buches widmet sich Junge den großen Ikonen des japanischen Monster- und Tokusatsu-Kinos. Godzilla, Gamera, King Kong und Ultraman treten hier in all ihrer grafischen Pracht auf. Die Plakate dieser Genres gehören traditionell zu den expressivsten und farbintensivsten Werken der japanischen Filmwerbung, und *SON OF BANZAI!* fängt diese Energie perfekt ein. Die Mischung aus Retro-Charme, handgemalter Dramatik und übersteigerter Bildsprache macht diese Seiten zu einem visuellen Fest, das sowohl Nostalgiker als auch Designliebhaber begeistert.
Besonders hervorzuheben ist die zweisprachige Gestaltung des Buches. Alle Texte liegen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vor, was den Band international zugänglich macht und zugleich den wissenschaftlichen Anspruch unterstreicht. Die Texte sind informativ, gut recherchiert und vermitteln sowohl filmhistorisches Wissen als auch Einblicke in die Besonderheiten der japanischen Plakatkultur.
Insgesamt ist *SON OF BANZAI! MORE CULT MOVIE POSTERS FROM JAPAN* ein prachtvoller, sorgfältig gestalteter Bildband, der weit mehr bietet als eine bloße Sammlung von Plakaten. Er ist ein Stück Filmgeschichte, ein Designarchiv und ein Liebesbrief an eine Ära, in der grafische Gestaltung noch voller Mut, Exzess und Persönlichkeit war. Für Sammler, Filmfans, Designer und alle, die sich für visuelle Kultur begeistern, ist dieses Buch ein Ereignis – und ein würdiger, längst überfälliger Nachfolger des ersten BANZAI!-Bandes.