The Fast and the Furious - 25th Anniversary Editio
The Fast and the Furious - 25th Anniversary Edition (Steelbook, 4K-UHD+Blu-ray)
USA 2000
Regisseur: Rob Cohen
Darsteller: Paul Walker, Ja Rule, Vin Diesel, Michelle Rodriguez
Bildformat: 2.35:1
Filmlänge: ca. 107 Minuten
Sprachen: Französisch, Deutsch, Englisch, Italienisch
Tonformat: Dolby Atmos
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch
Universal Pictures
PLAION PICTURES
Kaum zu glauben, dass The Fast and the Furious inzwischen sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Als Rob Cohens Film 2001 – nicht 2000 – in die Kinos kam, konnte wohl niemand ahnen, dass daraus einmal eine der größten Actionreihen Hollywoods entstehen würde. Betrachtet man den ersten Teil heute noch einmal, wirkt er gegenüber den späteren Filmen fast wie aus einer anderen Welt. Keine Weltrettung, keine Geheimagenten, keine Autos im Weltraum und keine nahezu unverwundbaren Helden. Stattdessen illegale Straßenrennen, getunte japanische Autos, Undercover-Ermittlungen und eine überschaubare Geschichte über Freundschaft und Loyalität.
Und genau deshalb ist der erste Film für mich auch nach 25 Jahren immer noch einer der besten der gesamten Reihe.
Brian O'Conner, gespielt von Paul Walker, ist ein junger Undercover-Polizist, der in die illegale Streetracing-Szene von Los Angeles eingeschleust wird. Eine Serie von Überfällen auf Lastwagen beschäftigt die Polizei, und der Verdacht fällt auf Fahrer aus der Tuningszene. Brian soll herausfinden, wer dahintersteckt.
Dabei gerät vor allem Dominic Toretto ins Visier. Vin Diesel spielt Dom hier noch nicht als den beinahe übermenschlichen Actionhelden späterer Filme, sondern als charismatischen Anführer einer kleinen Gruppe von Straßenrennfahrern. Zu seinem Umfeld gehören seine Freundin Letty, seine Schwester Mia sowie Vince, Jesse und Leon.
Brian gewinnt langsam Doms Vertrauen und wird immer tiefer in dessen Welt hineingezogen. Gleichzeitig verliebt er sich in Mia. Damit entsteht das eigentliche Problem des Films: Brian soll Menschen verraten, zu denen er zunehmend eine persönliche Beziehung entwickelt.
Natürlich ist die Handlung nicht besonders kompliziert, und die Ähnlichkeiten zu Point Break sind kaum zu übersehen. Statt Surfern gibt es Straßenrennfahrer, statt Banküberfällen werden Lastwagen ausgeraubt. Trotzdem funktioniert das Konzept ausgezeichnet, weil Rob Cohen die Szene und ihre Figuren ernst nimmt.
Vor allem die Rennen besitzen heute einen besonderen Charme. Natürlich gibt es digitale Effekte, doch die Autos sind noch echte Autos und keine Superheldenfahrzeuge. Ein Viertelmeilenrennen ist tatsächlich ein großes Ereignis. Geschwindigkeit, Motoren, Umbauten und die Rivalität der Fahrer stehen im Mittelpunkt.
Gerade rückblickend ist interessant, wie sehr dieser Film eine ganze Generation geprägt hat. Fahrzeuge wie Toyota Supra, Mitsubishi Eclipse, Mazda RX-7, Honda S2000 oder Nissan Skyline wurden durch die Reihe für ein noch größeres Publikum zu Kultobjekten. Neonbeleuchtung, auffällige Lackierungen, riesige Spoiler und umfangreiches Tuning wurden zu einem festen Bestandteil der damaligen Popkultur.
Das Herz des Films sind jedoch Paul Walker und Vin Diesel.
Diesel besitzt bereits hier die enorme Präsenz, die Dominic Toretto zur zentralen Figur der Reihe machen sollte. Trotzdem ist Dom noch wesentlich menschlicher. Familie ist zwar bereits sein großes Thema, doch es wird noch nicht bei jeder Gelegenheit zum Mantra. Man glaubt ihm, dass dieser Mann in seiner kleinen Welt eine Autorität ist.
Noch wichtiger ist für mich rückblickend Paul Walker. Sein Brian O'Conner ist letztlich die Figur, durch deren Augen wir in diese Welt eintreten. Wir lernen Dom, Mia und die gesamte Szene gemeinsam mit Brian kennen. Walker spielt ihn sympathisch, manchmal etwas naiv und deutlich weniger dominant als Diesel. Gerade das funktioniert hervorragend.
Heute kann ich The Fast and the Furious allerdings nicht mehr ansehen, ohne an Walkers viel zu frühen Tod zu denken. Paul Walker starb am 30. November 2013 im Alter von nur 40 Jahren bei einem Autounfall. Sein Tod während der Entstehungszeit von Fast & Furious 7 war nicht nur für seine Kollegen und seine Familie eine Tragödie, sondern traf auch die Fans der Reihe schwer.
Walker und Diesel hatten die Reihe gemeinsam geprägt. Brian war das Gegenstück zu Dom, und aus der anfänglichen Rivalität wurde über die Filme hinweg eine Freundschaft, die zu einem der wichtigsten Bestandteile der Serie wurde. Umso bewegender ist es heute, wieder an den Anfang zurückzukehren und den jungen Paul Walker in seiner ersten Szene als Brian O'Conner zu sehen. Sein späterer Abschied in Fast & Furious 7 gehört für mich noch immer zu den emotionalsten Momenten des gesamten Franchise.
Die 4K-Qualität
Technisch ist The Fast and the Furious ein interessanter Kandidat für UHD. Der Film wurde noch vollständig auf 35-mm-Material gedreht und besitzt deshalb einen ganz anderen Look als die zunehmend digital geprägten späteren Beiträge.
Die 4K-Präsentation profitiert vor allem von der höheren Auflösung und der feineren Darstellung des Filmkorns. Das Bild behält seinen analogen Charakter und wirkt nicht künstlich glattgebügelt. Das ist gerade bei einem Film aus dieser Zeit wichtig.
Nahaufnahmen zeigen deutlich mehr Feinheiten in Gesichtern, Haaren und Kleidung. Auch die Fahrzeuge profitieren enorm. Lackierungen, Karosserien, Reifen und die zahllosen Tuningdetails werden sehr sauber herausgearbeitet. Gerade bei den vielen Großaufnahmen der Autos macht sich die höhere Auflösung bezahlt.
Die Tageslichtaufnahmen gehören zu den stärksten Momenten. Los Angeles besitzt eine natürliche Detailfülle, und Gebäude, Straßen und Hintergründe wirken differenzierter als auf Blu-ray. Das Bild erreicht dabei nicht durchgehend die Schärfe moderner Digitalproduktionen. Einzelne Einstellungen sind sichtbar weicher, was auf das Ausgangsmaterial, die verwendeten Objektive und die damalige Postproduktion zurückzuführen ist.
Noch wichtiger ist die HDR-Wiedergabe. The Fast and the Furious lebt von kräftigen Farben. Lackierungen, Neonlicht, Straßenbeleuchtung und die nächtlichen Rennen profitieren davon erheblich. Besonders Rot-, Blau- und Grüntöne besitzen mehr Intensität, ohne vollkommen unnatürlich zu wirken.
Die zahlreichen Nachtszenen gewinnen gleichzeitig an Tiefe. Schwarztöne sind kräftiger und Lichtquellen setzen sich deutlicher ab. Scheinwerfer, Neonröhren und Reflexionen auf den Fahrzeugen erzeugen ein wesentlich plastischeres Bild. Gerade die nächtlichen Treffen der Streetracer gehören dadurch zu den optisch stärksten Szenen der UHD.
Man sollte allerdings keine Offenbarung erwarten. Das Material ist rund 25 Jahre alt und besitzt einige technische Einschränkungen seiner Entstehungszeit. Die UHD macht daraus keinen Film von heute. Genau das sollte sie aber auch nicht.
Insgesamt ist die 4K-Präsentation für mich die bisher beste Möglichkeit, den ersten Fast-&-Furious-Film zu Hause zu sehen. Der analoge Charakter bleibt erhalten, während Auflösung, Kontrast, Farben und insbesondere die nächtlichen Szenen sichtbar profitieren.
Dolby Atmos
Noch deutlicher als beim Bild kann die Tonseite ihre Muskeln spielen. Ein Film über Straßenrennen ist natürlich ideales Material für eine räumliche Tonmischung.
Die Dolby-Atmos-Abmischung sorgt für eine große und dynamische Klangkulisse. Motorengeräusche bewegen sich überzeugend durch den Raum, Fahrzeuge schießen von einer Seite zur anderen und die Rennen bekommen deutlich mehr räumliche Wirkung.
Der Subwoofer bekommt ebenfalls reichlich Arbeit. Motoren besitzen ordentlich Druck, ohne dass die Dialoge darunter leiden. Gerade Doms Dodge Charger muss man nicht nur hören – man spürt ihn beinahe.
Auch die Musik profitiert von der breiteren Klangbühne. Gleichzeitig bleiben die Dialoge sauber im Zentrum verankert. Die Höhenkanäle werden nicht permanent mit Effekten bombardiert, erweitern aber die Räumlichkeit sinnvoll.
Für mich ist der Atmos-Ton damit eine der größten Stärken der UHD-Präsentation. Gerade bei den Rennen kann man die Anlage richtig arbeiten lassen.
Über zwei Stunden Bonusmaterial
Universal hat für die 25th Anniversary Edition erfreulicherweise nicht einfach nur die vorhandenen Discs neu verpackt. Herzstück der Jubiläumsausstattung ist die neue Featurette „Ein Vermächtnis Fahren: 25 Jahre Fast“, die auf die Entstehung und den nachhaltigen Einfluss des Films zurückblickt.
Gerade nach einem Vierteljahrhundert ist eine solche Retrospektive sinnvoll. Der erste Film war schließlich nicht als Start eines gigantischen Franchise geplant. Umso faszinierender ist der Blick darauf, wie aus einem vergleichsweise überschaubaren Streetracing-Film eine Milliardenmarke entstehen konnte.
Daneben findet sich eine große Auswahl bereits bekannter Extras. Der Audiokommentar liefert zusätzliche Informationen zur Produktion, während die Deleted Scenes einen Blick auf Material ermöglichen, das es nicht in die endgültige Fassung geschafft hat.
Making-of, Interviews und verschiedene Featurettes beschäftigen sich mit den Dreharbeiten, Darstellern, Fahrzeugen und Stunts. Storyboards ermöglichen zusätzlich einen interessanten Vergleich zwischen Planung und fertigen Szenen.
Insgesamt kommen mehr als zwei Stunden Bonusmaterial zusammen. Gerade in Verbindung mit der neuen Jubiläums-Featurette ergibt sich damit eine Ausstattung, die dem Anlass angemessen ist.
Fazit
25 Jahre später ist The Fast and the Furious fast schon ein Zeitdokument. Die Mode, die Musik, das Tuning und die gesamte Streetracing-Kultur transportieren einen unmittelbar zurück in die frühen 2000er-Jahre.
Vor allem aber erinnert der Film daran, wie klein diese Reihe einmal angefangen hat. Brian und Dom wollten nicht die Welt retten. Es ging um illegale Rennen, gestohlene DVD-Player, Freundschaft, Loyalität und die Frage, auf welcher Seite Brian am Ende stehen würde.
Gerade diese Einfachheit macht den ersten Teil heute wieder besonders reizvoll. Rob Cohen inszeniert schnörkellos und energiegeladen, Vin Diesel findet bereits hier seine Paraderolle, Michelle Rodriguez etabliert Letty als selbstbewusste Figur und Paul Walker gibt dem Film den sympathischen Mittelpunkt.
Walkers früher Tod lässt den Film heute zwangsläufig mit anderen Augen betrachten. Hier steht er ganz am Anfang einer Rolle, die ihn über ein Jahrzehnt begleiten und ihn für Millionen Zuschauer untrennbar mit Fast & Furious verbinden sollte. Brian O'Conner war nie nur Doms Partner. Er war ein wesentlicher Teil der Seele dieser Reihe – und Paul Walker fehlt ihr bis heute.
Die 4K UHD präsentiert den Film in sehr guter Qualität, ohne seinen ursprünglichen analogen Charakter zu verleugnen. Die höhere Detailzeichnung, kräftigere Kontraste und vor allem die leuchtenden Farben und besseren Nachtszenen machen sich positiv bemerkbar. Der Dolby-Atmos-Ton legt bei den Rennen und Motorengeräuschen noch einmal deutlich zu und gehört zu den technischen Höhepunkten der Veröffentlichung.
Dazu kommen mehr als zwei Stunden Extras einschließlich der neuen Jubiläums-Featurette. Das Steelbook rundet die 25th Anniversary Edition für Sammler entsprechend ab.
The Fast and the Furious ist längst mehr als nur der erste Teil einer unglaublich langlebigen Filmreihe. Er ist ein Stück Popkultur der frühen 2000er-Jahre und gleichzeitig die Erinnerung an eine Zeit, in der ein Viertelmeilenrennen noch wichtiger sein konnte als die Rettung der Welt.
Und vor allem bleibt er der Film, mit dem für uns alles begann: mit Dominic Toretto, Brian O'Conner – und dem unvergessenen Paul Walker.
EXTRAS
Über 2 Stunden Extras incl. neuer Featurette “Ein Vermächtnis Fahren: 25 Jahre Fast”
Audiokommentar
Deleted Scenes
Making Of
Interviews
Featurettes
Storyboard
u.v.m.