Sie sind hier: Startseite » Blu-ray » H-M

MobLand: Familie bis aufs Blut - Staffel 1

MobLand: Familie bis aufs Blut – Staffel 1
Großbritannien/USA 2025
Regie: Anthony Byrne, Daniel Syrkin, Guy Ritchie, Lawrence Gough
Darsteller: Tom Hardy, Pierce Brosnan, Helen Mirren, Paddy Considine, Joanne Froggatt, Lara Pulver, Anson Boon, Jasmine Jobson
Laufzeit: ca. 472 Minuten
Bildformat: 1,78:1 / 1080p High Definition
Ton: Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby TrueHD 5.1, Italienisch/Französisch/Spanisch Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Discs: 3 Blu-rays
Paramount /
LEONINE

Mit „MobLand: Familie bis aufs Blut“ bekommt das Gangstergenre eine Serie, die auf den ersten Blick viele bekannte Zutaten zusammenführt: rivalisierende Verbrecherfamilien, einen nahezu unersetzlichen Problemlöser, interne Machtkämpfe, unfähige Erben und jede Menge Gewalt. Neu erfunden wird das Genre damit sicherlich nicht. Doch wenn man Schauspieler wie Tom Hardy, Pierce Brosnan und Helen Mirren vor der Kamera versammelt und hinter den Kulissen unter anderem Guy Ritchie sowie „Top Boy“-Schöpfer Ronan Bennett beteiligt sind, darf man einiges erwarten. Genau hier liegt die Stärke von „MobLand“: weniger in einer revolutionären Geschichte als in ihrer Inszenierung, den herrlich zwielichtigen Figuren und einem Ensemble, dem es großen Spaß zu machen scheint, sich durch diese moralisch vollkommen verdorbene Welt zu bewegen. (Wikipedia)
Im Mittelpunkt steht die in London ansässige Harrigan-Familie, deren Geschäfte von Conrad Harrigan und seiner Frau Maeve kontrolliert werden. Conrad hat sein Imperium mit Härte aufgebaut, doch innerhalb der Familie herrschen längst nicht jene klare Ordnung und Loyalität, die er gerne nach außen demonstriert.

Die Harrigans befinden sich zudem in einem gefährlichen Konkurrenzkampf mit der Stevenson-Familie. Als ausgerechnet Conrad Harrigans unberechenbarer Enkel Eddie in eine verhängnisvolle Nacht verwickelt wird und Tommy Stevenson anschließend verschwindet, droht aus der ohnehin angespannten Situation ein ausgewachsener Bandenkrieg zu werden.
Für solche Situationen haben die Harrigans Harry Da Souza.
Tom Hardy als Mann für die unangenehmen Dinge
Harry ist der Fixer der Familie. Wenn jemand beseitigt, eingeschüchtert, zum Schweigen gebracht oder schlicht davon überzeugt werden muss, eine bestimmte Sache besser zu vergessen, kommt Harry.

Und für diese Figur hätte man kaum jemanden Passenderen als Tom Hardy finden können.
Hardy besitzt diese ungewöhnliche Fähigkeit, eine Szene fast vollständig über Körpersprache und Stimme zu beherrschen. Harry muss selten laut werden. Meist genügt ein Blick, ein kurzer Satz oder ein Moment unangenehmer Stille, um deutlich zu machen, wie das Gespräch enden könnte.
Das erinnert gelegentlich an Hardys Alfie Solomons aus „Peaky Blinders“, ohne diesen einfach zu kopieren. Harry ist deutlich kontrollierter. Er ist kein unberechenbarer Irrer, sondern ein ausgesprochen intelligenter Mann, der Gewalt als Werkzeug betrachtet.
Gerade dadurch wird er gefährlich.

Harry betritt einen Raum und analysiert ihn. Wer lügt? Wer ist gefährlich? Wer lässt sich kaufen? Und wer muss verschwinden?
Hardy spielt diese Figur angenehm zurückgenommen und verleiht ihr trotzdem enorme Präsenz. Unter all der professionellen Kälte erkennt man außerdem einen Mann, der weiß, dass sein Leben jederzeit zusammenbrechen könnte. Harry besitzt eine Familie außerhalb der Harrigans, und gerade dort zeigt die Serie immer wieder die persönlichen Kosten seines Berufs.
Tom Hardy ist zweifellos das Zentrum von „MobLand“. Dass er zugleich als Executive Producer beteiligt ist, passt zu einer Serie, die sehr deutlich auf seine spezielle Leinwandpräsenz zugeschnitten wurde. (Wikipedia)
Pierce Brosnan darf endlich richtig böse sein
Fast noch mehr Spaß macht allerdings Pierce Brosnan als Conrad Harrigan.
Wer Brosnan vor allem mit James Bond verbindet, erlebt hier eine vollkommen andere Seite des Schauspielers. Eleganz besitzt Conrad zwar ebenfalls, doch unter der gepflegten Oberfläche steckt ein brutaler Gangsterboss.
Brosnan darf fluchen, drohen, trinken und Menschen mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit beseitigen lassen.
Vor allem aber spielt er Conrad nicht als bloße Karikatur eines Mafia-Paten. Man nimmt ihm ab, dass dieser Mann jahrzehntelang ein kriminelles Imperium aufgebaut hat. Er kann ausgesprochen charmant wirken und wenige Augenblicke später eine Entscheidung treffen, die für jemanden tödlich endet.
Sein teilweise sehr kräftiger irischer Akzent mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, passt jedoch zu der bewusst überzeichneten Persönlichkeit der Figur. Selbst Kritiken, die mit dem Akzent haderten, hoben Brosnans Präsenz und vor allem das starke Ensemble um Hardy und Mirren hervor. (The Times)

Besonders gelungen sind die Szenen zwischen Conrad und Harry. Beide Männer respektieren einander, doch Harry ist eben kein Familienmitglied. Er arbeitet für die Harrigans.
Und in dieser Welt kann Loyalität sehr schnell ihre Grenzen erreichen.

Helen Mirren – eine Lady Macbeth des Gangstermilieus
Wenn Pierce Brosnan bereits ungewohnt skrupellos auftritt, setzt Helen Mirren als Maeve Harrigan noch einen drauf.
Maeve ist keineswegs die Ehefrau, die lediglich neben dem mächtigen Familienoberhaupt sitzt. Sie ist ein wesentlicher Teil dieses Systems und teilweise sogar rücksichtsloser als ihr Mann.
Mirren genießt diese Rolle sichtbar.
Elegant gekleidet, häufig mit einem Drink in der Hand und scheinbar vollkommen entspannt, kann Maeve mit wenigen Worten eine Situation eskalieren lassen. Sie gehört zu jenen Menschen, die Gewalt nicht unbedingt selbst ausüben müssen, weil sie genügend andere Personen besitzen, die das für sie erledigen.
Helen Mirren beschrieb Maeve selbst sinngemäß als Mischung aus einer klassischen tragischen Frauenfigur und Lady Macbeth – allerdings ohne deren moralische Hemmungen. Genau das trifft die Figur ziemlich gut. (Vogue)
Besonders hervorragend funktioniert das Zusammenspiel zwischen Mirren und Brosnan.
Conrad und Maeve wirken tatsächlich wie ein Ehepaar, das seit Jahrzehnten gemeinsam lebt und ebenso lange gemeinsam Verbrechen begeht. Zärtlichkeit und Brutalität schließen sich bei ihnen nicht aus. Zwischen beiden besteht eine merkwürdige Intimität, die selbst dann erhalten bleibt, wenn gerade über Mord gesprochen wird.
Das macht dieses Paar gleichzeitig faszinierend und abstoßend.
Ein Ensemble ohne wirkliche Schwachstelle

Dabei wäre es falsch, „MobLand“ lediglich auf seine drei berühmtesten Namen zu reduzieren.
Paddy Considine überzeugt als Kevin Harrigan, Conrads Sohn und Harrys enger Vertrauter. Kevin steht permanent zwischen seinem Vater, seiner eigenen Familie und Harry. Considine verleiht ihm eine Unsicherheit, die hervorragend zu einem Mann passt, der zwar mitten im Familienimperium steckt, aber nicht unbedingt dafür geschaffen scheint, dieses eines Tages zu übernehmen.
Joanne Froggatt spielt Harrys Frau Jan und bekommt die schwierige Aufgabe, die andere Seite seines Lebens darzustellen. Sie weiß genau, mit welchem Mann sie verheiratet ist, und trotzdem hinterlässt Harrys Tätigkeit zunehmend Spuren in ihrer Beziehung.
Lara Pulver als Bella, Jasmine Jobson als Zosia und Mandeep Dhillon als Seraphina ergänzen das Ensemble ebenso überzeugend.
Besonders effektiv ist schließlich Anson Boon als Eddie Harrigan.
Eddie ist genau jener Typ von Gangstersohn, den man bereits nach wenigen Minuten am liebsten aus dem Verkehr ziehen würde. Verwöhnt, arrogant, impulsiv und vollkommen überzeugt davon, dass der Familienname ihn vor allen Konsequenzen schützt, produziert er einen erheblichen Teil jener Probleme, die Harry anschließend wieder beseitigen darf.
Und natürlich funktioniert das nicht unbegrenzt.

Guy Ritchie gibt die Richtung vor
Der Auftakt trägt sehr deutlich die Handschrift von Guy Ritchie.
Schon die erste Episode macht klar, in welcher Welt wir uns befinden: schnelle Dialoge, drastische Gewalt, schwarze Komik und Figuren, für die Mord gelegentlich kaum mehr bedeutet als ein schlecht verlaufenes Geschäftsgespräch. Ritchie inszenierte den Serienauftakt und prägte damit den visuellen und erzählerischen Grundton, den die weiteren Regisseure übernehmen. (Wikipedia)
Anthony Byrne, Daniel Syrkin und Lawrence Gough führen diesen Stil über die Staffel hinweg erstaunlich geschlossen weiter. Dadurch entsteht nicht der bei Serien gelegentlich auftretende Eindruck, jede Folge sehe abhängig vom jeweiligen Regisseur etwas anders aus. (Freefolk)
Das ist umso wichtiger, weil „MobLand“ eben keine reine Guy-Ritchie-Serie ist.
Ritchie liefert die Ausgangsbasis, während die weiteren Episoden zunehmend stärker auf Charaktere und Familienkonflikte setzen.
Deshalb erinnert „MobLand“ zwar gelegentlich an „The Gentlemen“, besitzt aber eine deutlich düsterere Grundhaltung. Der Humor ist vorhanden und stellenweise tiefschwarz, doch insgesamt nimmt die Serie ihre Figuren und deren Konsequenzen ernster.
Zwischen „The Gentlemen“, „Kin“ und „Gangs of London“
Vergleiche mit anderen Gangsterserien lassen sich natürlich kaum vermeiden.
Wer „Kin“ gesehen hat, erkennt sofort die Parallele der kriminellen Familie, deren größte Probleme irgendwann weniger von außen als aus den eigenen Reihen kommen.

„Gangs of London“ wiederum ist bei seinen Actionszenen noch wesentlich kompromissloser und spektakulärer.
Und Guy Ritchies eigenes „The Gentlemen“ setzt stärker auf Humor, Exzentrik und spielerische Überzeichnung.
„MobLand“ liegt irgendwo dazwischen.
Die Serie besitzt Ritchies Coolness, verbindet sie aber mit einem klassischen Familiendrama. Dabei geht es zunehmend um eine Frage, die bei Gangstergeschichten immer wieder besonders gut funktioniert:
Was geschieht, wenn Loyalität zur Familie und das eigene Überleben nicht mehr miteinander vereinbar sind?
Harry steht permanent vor diesem Problem.
Er ist für die Harrigans unverzichtbar, gehört aber gleichzeitig nie wirklich zu ihnen.
Genau daraus gewinnt die Serie einen erheblichen Teil ihrer Spannung.
Gewalt gehört zum Geschäft
Zimperlich ist „MobLand“ nicht.

Menschen werden erschossen, erstochen oder auf andere Weise aus dem Weg geräumt. Bereits der Auftakt macht sehr deutlich, dass diese Serie nicht vor drastischer Gewalt zurückschreckt. (Decider)
Doch ähnlich wie bei „Kin“ entsteht die eigentliche Spannung häufig vor dem Gewaltausbruch.
Man weiß, dass Harry eine Situation lösen muss. Die Frage lautet lediglich, wie er sie löst.
Manchmal reicht eine Drohung.
Manchmal Geld.
Manchmal ein sorgfältig ausgehandelter Kompromiss.
Und manchmal bleibt eben nur die Waffe.
Diese Mischung verhindert, dass die Gewalt beliebig wird. Hinzu kommt der tiefschwarze Humor, der bestimmte Situationen fast absurd wirken lässt, ohne dass die Serie vollkommen ins Groteske abrutscht.
Keine Neuerfindung – aber verdammt gute Unterhaltung
Man sollte allerdings nicht behaupten, „MobLand“ würde das Gangstergenre revolutionieren.
Viele Motive kennen wir.
Der mächtige Patriarch. Die manipulative Matriarchin. Der problematische Nachwuchs. Rivalisierende Familien. Der loyale Problemlöser. Verrat innerhalb der eigenen Reihen.
Das alles gab es schon.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Ausführung.

Wenn Tom Hardy, Pierce Brosnan, Helen Mirren und Paddy Considine gemeinsam einen Raum betreten und jeder von ihnen seine eigene Agenda verfolgt, genügt häufig bereits ein Gespräch, um mehr Spannung zu erzeugen als manche Serie mit einer kompletten Schießerei.
Gerade deshalb trägt die erste Staffel ihre beinahe acht Stunden Laufzeit erstaunlich gut.
Und je näher man dem Finale kommt, desto deutlicher wird, dass die Harrigans keineswegs so fest im Sattel sitzen, wie sie zu Beginn glauben.
Das Ende und Staffel 2
Ohne die entscheidenden Ereignisse des Finales vorwegzunehmen: Natürlich werden innerhalb der ersten Staffel einige Konflikte beendet.
Andere beginnen erst richtig.
Das Finale verändert die Machtverhältnisse erheblich und lässt genügend offene Rechnungen zurück, um eine Fortsetzung nicht nur möglich, sondern praktisch notwendig erscheinen zu lassen.
In diesem Fall müssen Zuschauer allerdings keine Angst vor einem Abbruch haben.
Paramount+ verlängerte „MobLand“ bereits im Juni 2025 offiziell um eine zweite Staffel. (Variety)
Inzwischen gibt es sogar einen konkreten Termin: Staffel 2 startet am 18. September 2026. Tom Hardy, Pierce Brosnan und Helen Mirren kehren zurück. Die neuen Folgen setzen den Kampf um das zunehmend gefährdete Harrigan-Imperium fort. (Paramount+ Schweiz)
Damit lässt sich die erste Staffel erfreulicherweise ansehen, ohne anschließend jahrelang befürchten zu müssen, mit ihrem offenen Ausgang alleingelassen zu werden.

Bildqualität der Blu-ray
Die drei Blu-rays präsentieren „MobLand“ in 1080p, und visuell hinterlässt die Serie einen sehr guten Eindruck.
Die Produktion besitzt einen bewusst hochwertigen, filmischen Look. London erscheint häufig kühl und düster, während die luxuriösen Anwesen und Innenräume der Harrigans einen schönen Kontrast zu Lagerhallen, Hinterzimmern und den weniger glamourösen Orten ihres Geschäfts bilden.
In Nahaufnahmen überzeugt die Blu-ray mit guter bis sehr guter Feinzeichnung. Gesichter, Bartstoppeln, Haare, Stoffstrukturen und Oberflächen werden sauber herausgearbeitet. Gerade Tom Hardys Gesicht profitiert von der Detailwiedergabe, da seine Darstellung häufig über kleinste mimische Reaktionen funktioniert.
Auch Pierce Brosnans inzwischen markanteres Gesicht wird schonungslos detailliert wiedergegeben.
Dunkle Szenen spielen für „MobLand“ eine wichtige Rolle. Hier bleibt das Bild überwiegend stabil, der Schwarzwert ist satt und die Durchzeichnung ordentlich. In extrem dunklen Bildbereichen können kleinere Details naturgemäß etwas verloren gehen, insgesamt hinterlässt die HD-Präsentation aber einen überzeugenden Eindruck.
Die Farbgestaltung ist eher zurückhaltend. Kalte Außenaufnahmen wechseln sich mit wärmeren Innenräumen ab, Hautfarben bleiben weitgehend natürlich.
Eine UHD mit HDR könnte bei Schwarzabstufungen, Lichtquellen und Kontrasten sicherlich noch einiges herausholen. Die vorhandene Blu-ray ist aber bereits eine sehr gute HD-Präsentation.

Beim deutschen Ton wurde leider gespart
Beim Ton gibt es einen kleinen Wermutstropfen.
Während die englische Originalfassung in Dolby TrueHD 5.1 vorliegt, bekommt die deutsche Synchronisation lediglich Dolby Digital 5.1.
Das ist bei einer aktuellen Blu-ray-Veröffentlichung etwas enttäuschend.
Die deutsche Spur klingt keineswegs schlecht. Dialoge werden klar über den Center wiedergegeben, Musik und Umgebungsgeräusche sorgen für eine ordentliche räumliche Atmosphäre und bei Schüssen oder anderen Actionmomenten ist auch genügend Dynamik vorhanden.
Trotzdem ist der englische TrueHD-Ton hörbar souveräner. Er besitzt mehr Feinzeichnung, wirkt räumlich etwas offener und bietet bei dynamischen Szenen die größere Reserven.
Noch aus einem anderen Grund lohnt sich der Originalton:
Tom Hardy, Pierce Brosnan und Helen Mirren gehören zu jenen Schauspielern, deren Stimmen ein wesentlicher Bestandteil ihrer Darstellung sind.
Besonders Hardys teilweise fast gemurmelte Sprechweise und Brosnans markanter irischer Akzent gehen in einer Synchronisation zwangsläufig ein Stück weit verloren.
Die deutsche Fassung funktioniert gut, doch wer Englisch versteht, sollte der Originalspur zumindest eine Chance geben.


Fazit
„MobLand: Familie bis aufs Blut“ ist vielleicht keine Neuerfindung des Gangsterdramas – aber eine verdammt unterhaltsame Variante davon.
Die Serie profitiert enorm von ihrem außergewöhnlichen Ensemble.
Tom Hardy ist als Harry Da Souza nahezu perfekt besetzt. Ruhig, intelligent und jederzeit gefährlich ist er jener Fixer, den man unbedingt auf der eigenen Seite haben möchte.
Pierce Brosnan scheint seine Befreiung vom Image des eleganten Gentleman geradezu zu genießen und liefert als Conrad Harrigan eine wunderbar vulgäre, brutale und gleichzeitig charismatische Vorstellung.
Und Helen Mirren setzt als Maeve noch einen drauf. Ihre Matriarchin gehört zu den Figuren, bei denen ein freundliches Lächeln wesentlich bedrohlicher sein kann als eine gezogene Pistole.
Dazu kommen Paddy Considine, Joanne Froggatt und ein durchweg starkes Ensemble.
Auch hinter der Kamera funktioniert die Arbeitsteilung. Guy Ritchie setzt mit dem Auftakt den Ton, Anthony Byrne, Daniel Syrkin und Lawrence Gough führen ihn konsequent weiter und sorgen dafür, dass die zehn Episoden wie aus einem Guss wirken. Ritchies typischer schwarzer Humor und seine Vorliebe für exzentrische Gangster sind unverkennbar, gleichzeitig entwickelt „MobLand“ genügend Eigenständigkeit, um nicht bloß wie eine verlängerte Version von „The Gentlemen“ zu wirken.
Gerade wer Serien wie „Kin“ oder „Gangs of London“ mag, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.
Technisch bietet die Blu-ray ein sehr gutes HD-Bild. Etwas schade ist lediglich, dass die deutsche Tonspur nur in Dolby Digital 5.1 vorliegt, während der englische Originalton mit Dolby TrueHD 5.1 eindeutig besser ausgestattet wurde.
Nach zehn Episoden bleibt vor allem eines: Lust auf mehr.
Und diesmal ist die Fortsetzung bereits sicher. Am 18. September 2026 geht der Krieg um die Harrigans in die zweite Runde.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren