Hungry
Hungry
Großbritannien, Vereinigte Staaten von Amerika 2026
Regie James Nunn
Schauspieler Madison Davenport, Tracey Bonner, Joaquim de Almeida
Laufzeit ca. 92 Min.
Bildformat 2,00:1 (1080p/24)
Audio Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1
Untertitel Deutsch für Hörgeschädigte
LEONINE Studios Spielfilm
Tierhorror gehört zu den langlebigsten Spielarten des Genres. Seit Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ versuchen Filmemacher immer wieder, aus der Begegnung zwischen Mensch und gefährlichem Raubtier möglichst viel Spannung herauszuholen. Regisseur James Nunn greift mit „Hungry“ dieses bewährte Konzept auf, versucht aber zugleich, dem bekannten Überlebenskampf durch eine ungewöhnliche Ausgangssituation neue Impulse zu verleihen.
Die Geschichte entwickelt ihre Spannung zunächst aus einer Situation, in der die Beteiligten zunehmend die Kontrolle verlieren. Was anfangs noch überschaubar erscheint, verwandelt sich in einen lebensgefährlichen Kampf gegen eine Bedrohung, der sich die Figuren kaum entziehen können. Dabei setzt der Film weniger auf eine komplizierte Handlung als auf die unmittelbare Wirkung seiner Grundidee. Die begrenzten Fluchtmöglichkeiten und die ständige Unsicherheit darüber, wann die nächste Attacke erfolgt, schaffen zunächst eine durchaus wirkungsvolle Atmosphäre.
Gerade die erste Hälfte zeigt, dass Nunn ein gutes Gespür für die Mechanismen des Genres besitzt. Die Bedrohung wird geschickt aufgebaut, und die Inszenierung versteht es, aus vermeintlich ruhigen Situationen plötzlich gefährliche Momente entstehen zu lassen. Dabei profitieren die Spannungssequenzen von einer direkten, schnörkellosen Umsetzung. Auch die Darsteller, darunter Madison Davenport, Tracey Bonner und Joaquim de Almeida, bemühen sich, ihren Figuren innerhalb der überschaubaren Handlung genügend Persönlichkeit zu verleihen.
Allerdings gelingt es dem Film nicht, das anfänglich hohe Tempo über die gesamte Laufzeit aufrechtzuerhalten. Besonders in der zweiten Hälfte machen sich deutliche Längen bemerkbar. Die Geschichte beginnt, sich zunehmend im Kreis zu drehen, und mehrere Situationen variieren lediglich bereits bekannte Bedrohungsmuster. Anstatt die interessante Ausgangsidee konsequent weiterzuentwickeln, verlässt sich das Drehbuch zu häufig auf vorhersehbare Wendungen und Entscheidungen, die vor allem dazu dienen, die nächste gefährliche Begegnung vorzubereiten.
Dadurch verliert die Handlung ausgerechnet dann an Spannung, wenn sie eigentlich auf ihren Höhepunkt zusteuern sollte. Die Bedrohung bleibt zwar grundsätzlich vorhanden, doch der Überraschungseffekt der ersten Filmhälfte nutzt sich zunehmend ab. Einige straffere Szenenfolgen und ein konsequenterer Aufbau hätten dem Film spürbar gutgetan. Mit einer kürzeren Laufzeit wäre die Geschichte vermutlich deutlich wirkungsvoller ausgefallen.
Handwerklich gibt es dagegen wenig auszusetzen. Die Kameraarbeit nutzt die Schauplätze geschickt, während die Tonmischung die bedrohliche Atmosphäre unterstützt. Die Blu-ray präsentiert den Film in einem scharfen, kontrastreichen 1080p-Bild im Format 2,00:1. Die beiden DTS-HD-Master-Audio-5.1-Tonspuren in Deutsch und Englisch sorgen mit gezielt eingesetzten Umgebungseffekten und dynamischen Spannungsspitzen für eine wirkungsvolle akustische Begleitung.
„Hungry“ ist ein durchaus unterhaltsamer Genrebeitrag, dessen interessante Grundidee zunächst mehr verspricht, als die Geschichte letztlich einlösen kann. Der gelungene Spannungsaufbau, einige wirkungsvolle Schreckmomente und die solide handwerkliche Umsetzung sprechen für den Film. Umso bedauerlicher sind die unnötigen Längen in der zweiten Hälfte, die den anfänglich positiven Eindruck etwas schmälern. Für Freunde des Tierhorrors bleibt dennoch ein sehenswerter Film, der mit einem strafferen Drehbuch deutlich mehr hätte erreichen können.