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Blair witch The Blair witch Project
USA 1999
R.: Daniel Myrick, Eduardo Sanchez
D.: Heather Donahue, Michael C. Williams, Joshua Leonard
78min/ Bild 1:1,33 / Ton 5.1
Kinowelt Video
www.kinowelt-video.de
Im Oktober des Jahres 1994 werden die drei Filmstudenten Heather Donahue, Joshua Leonard und Michael Williams, die zuletzt bei der Arbeit an einem Dokumentarfilmprojekt im Ort Burkittsville, Maryland gesehen wurden, als vermisst gemeldet. Ein Jahr später findet man das Filmmaterial des Teams; von den drei Studenten fehlt weiterhin jede Spur.
Nach diesen einleitenden Worten auf ein paar karge Schrifttafeln, beginnt eines der interessantesten filmischen Experimente seit Langem.
Drei Filmstudenten wollen unter Leitung der enthusiastischen Heather eine Abschlussarbeit für ihre Schule erstellen. Ihr Thema ist die Legende über eine Hexe, die seit Ewigkeiten in den Black Woods ihr Unwesen treiben soll. Durch Interviews der Bevölkerung erfahren die Drei mehr über die Legende der Hexe, die sich auch an Kindern verging. In der Gegend vermisste Kinder lassen die Sage immer wieder aufkochen.
Ausgerüstet mit dem Notwendigsten machen sich die Drei auf den Weg in die Black Woods. Schon nach kurzer Zeit gibt es die ersten Reibereien, die Karte geht verloren und die Drei verlieren hoffnungslos die Orientierung. In dieser völligen Desorientierung finden sie primitive Holzfiguren, die vor Hexen schützen sollen. Des Nachts schallen Schreie von Kindern durch den Wald, aber niemand ist in der Dunkelheit zu sehen. Als in der Nacht einer von ihnen plötzlich verschwindet, wird dem Betrachter klar, das keiner von ihnen je wieder aus diesen Wald herauskommt.
Was sich wie ein typischer Horrorfilm anhört, ist allerdings alles andere als das. Es gibt keine professionellen Schauspieler, keine Spezialeffekte, keine künstliche Beleuchtung, sondern nur improvisierte Dialoge und verwackelte teils unscharfe Bilder, aufgenommen mit den beiden Handkameras des Teams. Das fehlen jeglicher Filmmusik und die anstrengende Betrachtung des Geschehens machen den Zuschauer genauso empfindlich für jede Art von Geräusch wie die Darsteller im Film. Und dieser Pseudo Dokumentarstil ist es, der die Spannung erzeugt, hier sind keine Schauspieler auf der Leinwand, sondern echte Menschen, die Angst haben. All diese Details erzeugen eine Art von Atmosphäre wie es sie bis jetzt noch nie im Kino zu sehen gab.
Da der Independent Filmverleih Artisan kein Geld für Werbung hatte, entschloss man sich hier, das Internet zu nutzen. Auf einer offiziellen 
www.BlairWitch.com
Seite wurde die Hexenlegende ebenso verbreitet wie Privatbilder der drei Studenten, die Suche der Polizei, Interviews mit Verwanten und Nachrichtenausschnitte über ihr verschwinden. Als der Film, der ja nur aus "original" Aufnahmen der drei Studenten besteht, ins Kino kam, war die Legende des Dokumentarfilms perfekt.
Und die Rechnung ging mehr als erwartet auf. Bereits in der zweiten Woche wurde die Kopienzahl von 70 auf 1101 aufgestockt, und eine Woche später noch einmal um 1000 Kopien. Bereits nach zwei Wochen hatte der Film die Summe von 36 Millionen Dollar eingespielt, und verwies Block-Buster wie Deep Blue Sea oder Das Geisterschloß hinter sich, und das bei einen Bugett von 70.000 Dollar. Der Film ist auf dem Weg, einer der profitabelsten Filme überhaupt zu werden.
Allerdings wurde diese Art der Pseudo Dokumentation schon einmal für einen Film benutzt. In Cannibal Holocaust (Italien 1979) von Ruggero Deodato, gibt es allerdings eine Spielfilmhandlung, in der eine weitere Expedition das Filmmaterial der Verschollenen findet. Auch die Betrachtung des Materials, das erstaunlich Professionell aussieht und nicht so sehr verwackelt ist, wird immer wieder von der Rahmenhandlung unterbrochen. Das Gefühl einer richtigen Dokumentation wie in The Blair witch Project kommt nicht auf.
Ob allerdings das popcornfressende van Damme und Seagel Publikum zu einem solchen filmischen Experiment bereit ist, wage ich zu bezweifeln, die Reaktionen in der Premiere beim Fantasy Filmfest 1999 gingen von Langweile über Ratlosigkeit bis hin zur Euphorie, die sich in Jubelschreie zu Ende des Films entlud. 
Qualität: Ein Amateur Film in 5.1 Ton. Okay, zur Authenzität trägt der bearbeitete deutsche Ton nicht gerade bei, aber räumlich perfekt ist er schon. Auch ein Urteil über die Bildqualität ist Aufgrund des Ausgabematerials, das fast nur aus verwackeltem und unscharfem Videomaterial besteht, nicht möglich. Allerdings sind Extras und Trailer in einer hervorragenden Qualität.
Überhaupt nicht gespart hat man bei den Extras. Ein Interview mit dem Regisseur und Produzenten des Films (11min), Curse of the Blair Witch – eine Dokumentation über die Film-Wahrheit- und den Blair Witch Kult (43min), sowie unveröffentlichtes neu gefundenes(!) Filmmaterial.
Doch das war der Kinowelt-Video noch nicht genug, mit der Special Edition gibt es noch eine zweite DVD mit dem Film The Last Broadcast.

The Last Broadcast
USA 1998
R.: Stefan Avalos, Lance Weiler
84min / Vollbild
Englisch 2.0
Kinowelt Video
Fact of Fiction
ist eine harmlose Satire-Show im Fernsehen. Als die Einschaltquoten sinken, planen die beiden Macher eine Life Show aus einem finsteren Wald über den Jersey Devil. Doch plötzlich bricht die Verbindung über Kabelfernsehen und dem Internet ab. Nach 45min ist die Verbindung wieder da, und der Zuschauer sieht ein Blutbad. Zwei Leute sind tot und einer verschwunden. Die Mediziner brauchen ganze 4 Tage, um die Leichen wieder zusammen zusetzen. Der Verdacht fällt sofort auf den Überlebenden Jim Sured, und die Jury verurteilt ihn nach eineinhalb Stunden Beratung zu lebenslanger Haft. Doch hat er es wirklich getan.
Von nun an soll der Zuschauer anhand der Fakten selber entscheiden was wahr oder gelogen ist. Der Film entstand schon einige Zeit vor The Blair Witch Projekt , bekam aber nie diese Aufmerksamkeit, wurde nie zum Kult. The Last Broadcast besteht zum größten Teil aus Interviews, gedreht mit Videocameras, die auch hier den Betrachter eine wahre Geschichte verkaufen. Ein Film, der sicherlich nicht schlechter ist als The Blair Witch Project, aber bei weitem nicht so angsteinflössend, da man das Ende ja schon kennt, allerdings nicht die Lösung des Falles. Auch zu diesen Film gibt es wieder reichlich Extras, wie einen Bericht über die Hintergründe der Story, die Legende des Jersey Devils und die Entstehung des Film. Hierbei ist es schön anzusehen wie die Macher des Films erzählen, wie sie es schafften ihren Film zu vermarkten, auch ohne ein großes Studio. Dazu Trailer, Produktionsnotsitzen und mehr.